Liebe Leserin, lieber Leser!

Nichts ist beständiger als der Wandel, so das Fazit bei einem Treffen meines Ausbildungskurses anlässlich unseres 20jährigen Ordinationsjubiläums. Wir haben weise festgestellt, dass wir un- übersehbar älter werden – ach was! In 20 Jahren haben sich familiäre Situationen verändert, die Kinder sind selbstständig geworden, die Eltern stehen am Lebensende oder sind bereits verstorben. Stellen wurden gewechselt, neue Lebensräume erobert. Neue Einsichten wachsen, manche alte Einsicht erweist sich als überholt, manche Ernüchterung über nicht Erreichtes hinterlässt Spuren.

Nichts ist beständiger als der Wandel. Heute leben wir unter anderen Bedingungen als vor 20 Jahren, und die Welt wandelt sich weiter. Die Zukunft  wird unsicherer, weil sie schwerer kalkulierbar ist. Wie entwickeln sich die Lebensbedingungen in unserer ländlichen Region? Wie lassen sich Familie und Beruf vereinbaren? Schaffen wir ein gutes Miteinander der Generationen? Wird es gelingen, Flüchtlinge in unsere Gesellschaft  zu integrieren? Was wird aus Europa und seinen Werten, und welche Konsequenzen hat das für die einzelnen Mitgliedsstaaten? Fragen über Fragen, und die Liste ließe sich noch fortsetzen.

Veränderungen sind anstrengend und machen unsicher. Vor allem dann, wenn sich zunächst mehr Probleme als Lösungen abzeichnen. Viele suchen dann nach Halt und Beständigkeit. Manche sehnen sich nach den guten alten Zeiten zurück, in denen scheinbar noch klar war, wo es lang ging. Die anderen konzentrieren sich auf ihr Privatleben, das wenigstens einigermaßen überschaubar ist. 

Das ist nachvollziehbar. Aber dennoch gehören Veränderungen zum Leben dazu. Auch die „guten alten Zeiten“ hatten in der Regel ihre Herausforderungen und Unsicherheiten. Klagen über die Jugend und über schlechte Zukunftsaussichten finden sich schon auf alten babylonischen Tonscherben. Ich möchte damit die aktuellen Probleme nicht relativieren. Ich möchte Mut machen, sich damit auseinanderzusetzen und nach neuen Lösungswegen zu suchen.

Wir kommen nicht darum herum, uns Veränderungen zu stellen. Übrigens auch nicht in unseren Kirchengemeinden. Christinnen und Christen werden ja gerne als konservativ bezeichnet. Das ist oft  negativ gemeint, im Sinne von: an alten Traditionen hängend und wenig innovativ. Es stimmt schon, wir hängen an alten Traditionen: Jesus Christus gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit. Aber diese Tradition hat es in sich! Der christliche Glaube hat Menschen durch verschiedene Zeiten hindurch stark gemacht, die Werte Jesu hochzuhalten und sich für ein gutes Miteinander einzusetzen. Die Perspektive des Gottesreiches hat sie ermutigt, Gottes Liebe schon im Hier und Jetzt Gestalt zu geben, auch auf ungewöhnlichen Wegen. Sie haben auch in schweren Zeiten die Hoffnung nicht aufgegeben. Was für eine Kraft  liegt in dieser alten Tradition, auch im Wandel der Zeiten!

Jesus Christus gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit. Das ist der Grund, auf dem wir stehen. Das ist der Grund, auf dem wir uns zuversichtlich Veränderungen stellen können, im persönlichen Leben genauso wie im gesellschaftlichen und im kirchlichen Bereich. Mit Jesus Christus hat die Liebe Gottes Gestalt gewonnen. Diese Liebe bleibt. Wer darin verwurzelt ist, muss Veränderungen nicht fürchten. Darum wünsche ich Ihnen und mir mehr Gelassenheit und zuversichtliches Vorangehen, das von Jesus Christus und seiner guten Perspektive für unser Leben getragen ist.

Es grüßt Sie herzlich
Ihre Dekanin Petra Hegmann 

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