Liebe Leserinnen und Leser!

In diesen Tagen greifen wieder viele Menschen zu Besen, Wischmop und Staubtuch. Frühjahrsputz ist angesagt! Denn in der Märzsonne wird der Schmutz sichtbar, der sich im Laufe der Wintermonate angesammelt hat: Die Schlieren auf den Fensterscheiben, der Staub auf den Regalen und die Wollmäuse in den Ecken.

Das alles wieder in Ordnung zu bringen, ist viel Arbeit. Aber es lohnt sich. Denn wenn die Wohnung blitzt und blinkt, fühlt man sich gleich viel wohler und kann den schönen Frühling noch mehr genießen.

Was aber ist mit dem Frühjahrsputz in mir? Da sammelt sich doch auch immer wieder etwas an, was eigentlich weggeräumt werden müsste, weil es da nicht hingehört.

Vielleicht hat sich in den letzten Monaten eine schlechte Gewohnheit wieder eingeschlichen.

Vielleicht habe ich viel zu wenig auf die schönen Momente im Alltag geachtet.

Vielleicht hätte ich diesem oder jenem Menschen mit mehr Verständnis und Freundlichkeit begegnen sollen.

Vielleicht habe ich manches versäumt - ein aufmunterndes Wort, eine notwendige Hilfestellung, einen kurzen Besuch.

Vielleicht war ich aber auch zu selbstlos und habe mich und meine Bedürfnisse immer nur hinten angestellt.

Vielleicht habe ich sogar meine Träume verraten, bloß um niemanden vor den Kopf zu stoßen.

Also: Frühjahrsputz ist angesagt – auch in mir!

Aber da bringen Besen und Wischmop nichts, sondern nur Zeit. Ich muss mir ausreichend Zeit nehmen, Zeit zum Nachdenken – alleine oder zusammen mit einem guten Freund, bei einem Spaziergang oder auf der Couch, in einem schönen Café oder im Gottesdienst.

In der Bibel wird erzählt, dass Jesus auch mal einen Frühjahrsputz im Tempel unternommen hat (Mk 11,15-17). Dort hatten sich viele Händler versammelt, die Opfertiere zum Verkauf anboten. Aber Jesus störte das. Er war der Meinung, dass der Tempel einzig und allein ein Ort des Gebetes sein sollte. Und deshalb warf er die Händler samt ihrer Tische und Waren hinaus.

Bei meinem inneren Frühjahrsputz ist es ganz ähnlich. Auch er schafft nicht nur Ordnung in mir, sondern zugleich neuen Platz für wichtige Dinge. Zum Beispiel für die Bedürfnisse meiner Mitmenschen, für Freude und Genuss, für das Schmieden guter Lebenspläne oder für neue Erfahrungen.

Vor allem aber schafft er in mir Platz für die Begegnung mit Gott .

Das soll nicht heißen, dass Gott mir fern ist, wenn in meiner Seele Unordnung herrscht. Aber wenn ich aufgeräumt habe, kann ich besser auf ihn achten.

Und deshalb packt Gott auch selbst mit an. Er schenkt mir die Energie, die ich für den Frühjahrsputz brauche. Er hilft mir, die Dinge richtig zu sortieren. Und er nimmt mir ab, was mich belastet, was ich falsch gemacht oder versäumt habe. Ich brauche es ihm nur vor die Tür zu stellen.

Also: Nichts wie los mit dem Frühjahrsputz!

Es grüßt Sie herzlich


Ihre Pfarrerin Emilie Weinreich 

 

 

 

 

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