Liebe Leserinnen und Leser,

vernetzt sein ist alles! Das könnte ein Slogan für eine Computerfirma sein oder ganz allgemein für die moderne Informationsgesellschaft. Netzwerke werden im beruflichen oder privaten Bereich immer wichtiger. Man weiß ja nie, welche Informationen und Kontakte man vielleicht noch einmal brauchen kann.

Vernetzt sein ist auch im kirchlichen Bereich ein Thema. „Gehet hin in alle Welt und machet zu Jüngern alle Völker“, sagt der auferstandene Christus zu seinen Jüngern am Ende des Matthäusevangeliums (Kapitel 28, Verse 18-20). In der Folge entstanden christliche Gemeinden an ganz unterschiedlichen und manchmal weit voneinander entfernten Orten. Die Bibel erzählt, dass diese Gemeinden füreinander gebetet, sich miteinander ausgetauscht und bei Bedarf gegenseitig unterstützt haben. Der christliche Glaube hat die Menschen zusammengeschlossen. Sie hatten eine gemeinsame Basis trotz unterschiedlicher Sprachen, Kulturen und Traditionen. Die Kontakte waren nicht immer frei von Spannungen, manchmal kam es auch zu Brüchen und Verwerfungen. Aber im Großen und Ganzen hielt das Fundament des Glaubens das aus.

Vernetzt sein ist alles! Bis heute gibt es kirchliche Netzwerke wie überregionale Konferenzen oder den weltweit tätigen ökumenischen Rat der Kirchen. Und es gibt die kirchlichen Partnerschaften. Bei uns im Kirchenkreis Eder sind das die Partnerschaft mit dem Kirchenkreis Borwa 1 in Südafrika und die Partnerschaft mit der evangelischen Kirche in Ostjava/ Indonesien, kurz: GKJW. Aus Südafrika hatten wir bis vor kurzem zwei junge Frauen im Freiwilligendienst bei uns, Gomolemo Dipico und Lesego Hlabatau. Sie arbeiteten im Altenzentrum auf der Burg und in der Kindertagesstätte Schwalbennest. Beide lernten die deutsche Kultur kennen und unsere Art, als evangelische Christen zu leben. Die Zeit in Deutschland erlebten sie als eine Chance, ihre Persönlichkeit weiterzuentwickeln. In einer fremden Umgebung waren beide besonders gefordert, ihren Alltag zu gestalten. Umgekehrt vermittelten sie uns auch etwas von ihrer Kultur und ihrer Art, als Christinnen zu leben. Das fördert auf allen Seiten einen weiten Horizont und das Verständnis füreinander. Im besten Falle können wir voneinander lernen.
Mit der Bad Wildunger Pfarrerin Kerstin Hartge war ich im Oktober 2018 in Indonesien bei unseren Partnern in Ost-Java. Dass es im Kirchenkreis Eder zwei Partnerschaften gibt, ist dem Zusammenschluss der ehemaligen Kirchenkreise der Eder und Frankenberg geschuldet, die beide jeweils eine Partnerschaft „mitgebracht“ haben. In den ersten Jahren des neuen Kirchenkreises stand die Frage im Raum, ob wir uns aus zeitlichen Gründen für eine Partnerschaft entscheiden müssen. Inzwischen sind die Überlegungen weiter gegangen. Wir suchen mit den Südafrikanern und den Indonesiern nach Möglichkeiten, beide Partnerschaften aufrechtzuerhalten und zu bestimmten Themenbereichen miteinander zu verbinden.
Bei aller Unterschiedlichkeit zwischen Indonesien, Südafrika und Kurhessen gibt es eine Menge ähnlicher Herausforderungen: Wie geben wir unseren Glauben weiter an die jüngere Generation? Wie gelingt das Zusammenleben von Menschen mit unterschiedlichen Religionen und mit Menschen, die keiner Religion angehören? Wie schützen wir uns vor Radikalisierungen? Wie machen wir bewusst, dass die Erde Gottes Schöpfung ist und ihre Ressourcen auch noch für kommende Generationen zur Verfügung stehen müssen? Das sind nur einige der Themenbereiche, die Pfarrerin Hartge und ich bei unserem Besuch mit den Indonesiern erörtert haben. Was davon in Zukunft zum Tragen kommt, muss in den Partnerschaftsausschüssen und in den Synoden entschieden werden.

Vernetzt sein ist alles! Ein wichtiger Grund für die Weiterführung der Partnerschaften ist die gegenseitige Bestärkung. In einer globalisierten Welt ist es ermutigend zu wissen, dass wir nicht nur durch ähnliche Probleme miteinander verbunden sind, sondern auch durch unseren Glauben. Ob nun in Indonesien, in Südafrika oder in Deutschland – wir sind eins in Christus. Und wir brauchen einander! In der Nachfolge Jesu wollen wir gemeinsam nach Wegen suchen, um Salz der Erde und Licht der Welt zu sein.

Es grüßt Sie herzlich
Ihre
Dekanin Petra Hegmann

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So Aug 25 @10:30 -
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